Was ist ein gesunder Lebensstil?



WAS IST SCHON GESUND?!


Du musst gesund essen, Kind!

Ein gesunder Lebensstil. Wo fängt ein solcher an, wie weit muss/darf/sollte/kann er gehen und wo hört er auf? Sprechen wir hier vom morgendlichen Zähneputzen mit einer biologisch abbaubaren Bambuszahnbürste? Geht es um eine ausgewogene Ernährung mit regionalen Lebensmitteln und eine Sportroutine, die uns regelmäßig ins Schwitzen bringt? Oder geht es vielmehr um unsere psychische Ausgeglichenheit, die uns einen sicheren Halt im Leben gibt und dafür sorgt, dass wir nicht irgendwann einfach alle durchdrehen? Gute Frage. Ihr seht, dieses Thema könnte man in endlos viele Richtungen hin ausweiten und dennoch würde man nicht alle Auslegungsmöglichkeiten und Interpretationen eines sogenannten gesunden Lebensstils erfassen können. Seht diesen Text daher bitte als einen momentanen, persönlichen Versuch, meine Gedanken zu diesem Thema zu veranschaulichen. Ich bin mir sicher, am Ende dieses Artikels wird es immer noch einiges geben, das zu ergänzen wäre oder vielleicht stimmt die eine oder der andere in gewissen Punkten sogar überhaupt nicht mit meiner Auffassung überein. Genau das macht dieses Thema in meinen Augen so spannend – es gibt so viele Zugangsweisen zu gesunder Ernährung bzw. allgemein zu einem gesunden Lebensstil. Und auch wenn ihr eine für euch passende Antwort auf die Frage, was denn nun ein gesunder Lebensstil ist, gefunden habt und diesen nach bestem Wissen uns Gewissen umzusetzen versucht, wird es immer eine ganze Menge anderer Leute geben, deren Definition von eurer komplett abweicht. Aber hält euch vor Augen: Auch diese Leute handeln – genauso wie ihr – auch nur nach ihrem eigenen besten Wissen und Gewissen.

Die ewige Diskussion

Betrachten wir einen gesunden Lebensstil einmal nur in Hinblick auf die Ernährung: „Aber vegane Ernährung IST nunmal die gesündeste Weise sich zu ernähren“, höre ich schon die ersten schreien. „So ein Blödsinn“, erwidern die anderen, „der Mensch braucht Fleisch und Milch“. Ohne mich jetzt vorweg auf die eine oder andere Seite zu schlagen, möchte ich eines verdeutlichen: Die beiden fiktiven Personen hätten sich ebenso gut für einen Moment anschweigen können, dies wäre in etwa gleich produktiv gewesen. Oder besser gesagt, eben genauso NICHT produktiv. Die zwei Aussagen prallen aufeinander und stehen völlig verloren im Raum, ohne zu dem jeweiligen Gegenüber durchzudringen, da die jeweils andere Person so und so nicht vom eigenen Standpunkt abweichen würde. Das bringt letztlich nichts außer Frustration auf Seiten der VeganerInnen und rollende Augen auf Seiten der Omnivoren. Die einen, die es nicht verstehen, warum so viele Menschen die Augen vor dem Tierleid verschließen, und  nicht wahrhaben wollen, dass eine rein pflanzliche Ernährung bei richtiger Umsetzung nicht nur der Umwelt, sondern auch einem selbst richtig gut tut. Und die anderen, denen das ganze, plötzlich trendig erscheinende, vegane Trara schon zum Hals heraushängt und die sich nach eigenen Angaben auch als MischköstlerInnen an bester Gesundheit erfreuen. Jaja, eine ewige Diskussion.

Was also tun?

Jede Person das tun lassen, was diese für richtig hält? Ja, warum eigentlich nicht. Trotzdem liegt es, finde ich, in der eigenen Verantwortung einer jeden Person, sich zumindest zu informieren. In Anbetracht unserer digitalen Möglichkeiten dürfte das ja wohl kaum zu viel verlangt sein. Was aber noch weitaus wichtiger ist als das bloße Informieren, ist das kritische Hinterfragen. Nur weil Zeitung XY schreibt: „Hoho – Studie beweist: Alle VeganerInnen leiden früher oder später an Mangelerscheinungen“, muss das bitte genauso wenig als der Beweis GEGEN eine vegane Ernährung gesehen werden wie die Schlagzeile „Wow – durch die pflanzliche Ernährung geht es mir in allen Bereichen des Lebens einfach nur fabelhaft“ als uneingeschränktes Argument FÜR eben jene. Macht euch doch euer eigenes Bild, löst euch von gesellschaftlichen Zwängen, seht euch Dokumentationen an, lest Bücher, probiert euch aus. Aber bitte zeigt hinterher nicht mit erhobenem Zeigefinger auf all jene, die vielleicht ein anderes Fazit als ihr gezogen habt. Auch, wenn ich für mich entschieden habe, dass ich mich aus vielen Gründen hauptsächlich vegan ernähren möchte, versuche ich nicht zu missionieren. Wenn sich jedoch jemand interessiert und unvoreingenommen zeigt, erkläre ich gerne meinen Standpunkt und hör mich auch den meines Gesprächspartners an. Das war’s dann aber auch schon. Man muss meiner Meinung nach echt kein großes Tamtam draus machen. Das langweilt mich nämlich echt schon zu Tode.

Worauf will ich eigentlich hinaus?

Es fällt mir schwer, bei diesem Thema auf einen Punkt zu kommen. Aber was ich grundsätzlich sagen möchte: Erstens: Informiert euch und wenn es euch Spaß macht, bestimmte Ernährungsweisen auszuprobieren, dann macht das. Zweitens: Fühlt ihr euch mit einer Ernährungsweise besonders wohl, dann bleibt einfach dabei. Aber haltet euch im Hinterkopf: Ihr macht das für EUCH und jede andere Person kann genauso über sich selbst bestimmen wie ihr. Waaaas? Frau So-und-so ist Vegetarierin und isst trotzdem Fisch? Aber warum isst du Honig, der ist doch gar nicht vegan? Aber wenn du vegan isst, warum hast du dann teure Nike Schuhe, die zu katastrophalen Bedingungen hergestellt werden – widerspricht das nicht deinen ethischen Grundsätzen? AAAAAARRGGGHHHH! Bitte, ich will solche Sätze nicht mehr hören! Es gibt so viele Gründe, sich für die eine oder andere Lebens- bzw. Ernährungsweise zu entscheiden. Aber das Leben hört ja nicht beim Thema Ernährung auf. Nein, VeganerInnern sind genauso wenig perfekt wie MischköstlerInnen. Aber trotzdem schadet es den Allesessern ja nicht, wenn andere Leute vegan leben/essen. Ich bin der Meinung: Ja, man kann sich zu 100% vegan ernähren. Ja, man kann auch alles essen, worauf man Lust hat. Und ja, man kann auch von Tag zu Tag, von Mahlzeit zu Mahlzeit neu entscheiden, ob man vegan, vegetarisch oder fleischhaltig isst. Ihr selbst müsst euch wohl damit fühlen. Ihr müsst nicht auf einmal glutenfrei-highcarb-lowfat-vegan-rohköstlich leben, nur weil irgendwas davon vielleicht gerade im Trend ist. Findet eure Balance!

xx


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