Erasmus in Schweden. Oder: Mein aktuelles Leben auf 23 Quadratmetern.


Oh, Schweden.

So langsam fühl ich mich hier zu Hause. Auch, wenn ich noch nicht ganz realisiert habe, dass ich jetzt tatsächlich hier für die nächsten paar Monate wohne und ich mich manchmal immer noch ein wenig wie eine Touristin fühle, stellt sich so langsam doch ein Gefühl der Normalität ein. Mein Zimmer hat dank eines großzügigen Ikea Shopping Trips letzten Donnerstag zum Glück nicht mehr ganz so stark den Flair eines Hotelzimmers, sondern ist schon richtig gemütlich. Ein paar Kissen hier, eine Kuscheldecke dort, Fotos von meinen Liebsten, ein paar Büroartikel, etwas Küchenequipment und schon ist alles gleich viel wohnlicher.

 

Apropos Küche.

Ja, also. In unserem Studierendenwohnhaus hat jedes Zimmer eine kleine Küchenzeile, was ja einerseits irrsinnig cool ist – vor allem weil allein ein eigener Kühlschrank unglaublich praktisch ist – aber abgesehen vom wirklich großen Kühlschrank ist der Rest der Küche ziemlich winzig. Ich will mich auch eigentlich gar nicht beklagen, ich find alles super und für den Eigenbedarf völlig ausreichend. Nur muss ich mich erst daran gewöhnen, auf minimaler Arbeitsfläche und mit meiner bescheidenen Auswahl an Küchenutensilien (bestehend aus einem Topf, einer Pfanne, einem Kochlöffel und einem Brett) mein Essen zuzubereiten. Da bin ich mal echt gespannt, was ich hier noch so für den Blog zaubern kann! 😉 Aber glaubt mir, viel mehr braucht man auch eigentlich gar nicht. Natürlich ist es nett, einen Backofen, Mixer, Pürierstab und eine Küchenmaschine etc. zu haben, aber gesund und gut geht auch ohne diesen ganzen Dingen. Back to the basics, würd ich mal sagen!

 

Erasmus: Jeden Tag Party oder was?

Bis jetzt sah mein Tagesablauf ungefähr so aus:

Ausschlafen. Allein das ist super ungewöhnlich für mich. Denn normalerweise klingelt mein Wecker fast täglich zur gleichen Zeit. Aber hier ticken die Uhren im Moment noch ein wenig anders.

In den Tag hineinleben. Auch das ist irgendwie ganz seltsam und wahrscheinlich fühlt es sich deshalb noch so ein bisschen wie Urlaub für mich an. Man steht auf, schaltet das Handy ein und sieht, dass die Whatsapp Gruppe unseres Wohnhauses übergeht vor lauter Plänen und Vorschlägen für den aktuellen Tag. Man liest so: Hej, ich mach nachher dies und jenes – wer kommt mit? Und man denkt sich so: Okay, passt. Ich bin dabei! Alles voll spontan.

Überleben. Wenn man an einen anderen Ort zieht mit nichts als einem Koffer voll Gewand und etwas anderem Krimskrams, muss man schnell feststellen, dass man sein Leben komplett neu organisieren muss. Da vergisst man schon mal, dass Salz, Pfeffer und Küchenrolle nicht standardmäßig zu Hause sind und läuft halt dementsprechend drei mal zum Supermarkt (den man im Übrigen auch erst mal finden muss).

Parties und neue Leute. Wir sind alle neu hier, wir sind aus allen möglichen Ländern der Welt hier her gekommen. Um zu studieren, um in einem anderen Land zu wohnen, aber auch um Spaß zu haben. Mir gefällt die Atmosphäre hier im Haus wirklich sehr gut. Natürlich kenn ich bei weitem noch nicht alle hier im Haus. Aber trotzdem: Egal mit wem man redet und in Kontakt tritt, jede/r ist super aufgeschlossen, freundlich und und offen für neue Freund- und Bekanntschaften. Man merkt so richtig: Wir alle wollen hier einfach eine gute Zeit gemeinsam verbringen. Und ja, dazu gehören auch Parties. Aber hier hört das Erasmus Leben noch lange nicht auf.

Sonstige Aktivitäten. Gestern hat die Welcome Week der Uni angefangen und damit auch eine Reihe an verschiedensten Aktivitäten. Von Picknick im Park, Pub Quiz, Fika, Stadtführungen und Guided Tours per Bus ist alles dabei, um allen Neuankömmlingen einen kleinen Einblick in das Studentenleben der Stadt zu gewähren (ich wollte ja fast Studierendenleben schreiben, aber sorry, da hört sich bei mir dann das Gendern auch auf).

 

Und was ist mit Sport?

Ganz ohne Sport geht bei mir nix, so viel ist klar. In den zwei Wochen vor meiner Abreise hab ich zugegebenermaßen recht wenig in sportlicher Hinsicht getan. Aber in den letzten Tagen bin ich schon wieder wie auf Nadeln gesessen und konnte es kaum erwarten, wieder einmal so richtig schön außer Puste zu kommen. Aber kennt ihr das, wenn euer Körper nach wochenlangem Training einfach mal nach einer Pause verlangt? Macht die. Das tut euch gut. Danach seid ihr komplett regeneriert und vor allem auch wieder mit neuer Energie und Motivation ausgestattet.

Für mich ging es gestern dann wieder los. Direkt auf meinem Campus befindet sich ein Teil des zur Uni gehörenden Fitnessstudios und am Sonntag fand dort quasi ein Schnuppertag für alle International Students statt. Eigentlich wollte ich mich ja gleich wieder in den Freihantelbereich stürzen, aber dann haben sich ein paar von uns spontan dazu entschieden, doch in die Kurse zu schnuppern. Also stand für mich gestern Zumba und Yoga auf dem Programm. Und gestern legte ich dann wieder meinen gewohnten Legday ein. Muskelkater ahoi.

Alles in allem ist fällt das bisherige Fazit also durchwegs positiv aus, alles ist gut, alle sind happy, Schweden ist toll.

 

xx

Bildschirmfoto 2016-08-23 um 18.21.06


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