Der Sport und ich – wie aus einer Hassbeziehung echte Leidenschaft wurde



DER SPORT UND ICH


 

Der Turnsaal a.k.a. die Kammer des Schreckens

Heute erzähl ich euch mal eine kleine Anekdote von meinem „sportlichen Werdegang“, da mich immer wieder Leute verblüfft ansehen, wenn ich ihnen sage, dass ich für sehr lange Zeit eine absolute Hassbeziehung zu Sport führte. Zu allererst müssen wir unseren Blick erstmal einige Jahre in die Vergangenheit richten. Genau gesagt startet diese Geschichte zu jener Zeit, als ich noch zur Volksschule ging und Sport noch liebevoll „Turnen“ genannt wurde. Viel gibt es eigentlich gar nicht über diese Zeit zu berichten, denn meine sportliche Erfahrung in diesen vier Jahren lässt sich quasi mit einem einzigen Wort zusammenfassen: Völkerball. Und ich hab es gehasst. Natürlich haben wir auch andere Dinge gemacht, aber soweit ich mich erinnere, fand am Ende so ziemlich jeder Turnstunde mindestens eine Runde Völkerball statt, in der ich widerwillig und in den meisten Fällen erfolglos versucht habe, entweder dem Ball auszuweichen oder ihn zu fangen.

Diese trostlose Misere und meine Abneigung gegenüber dem Turnunterricht zogen sich anschließend auch noch über weitere acht Jahre Schulsport im Gymnasium fort. Egal, ob wir Basketball spielten oder ich daran scheiterte, beim Sprinten mit den anderen mitzuhalten – ich mochte es einfach nicht. Und dieses Nicht-Mögen rührte hauptsächlich daher, weil ich es einfach nicht konnte. Ich war einfach unsportlich, aber so richtig. Diese acht Jahre lehrten mich zwei Dinge: Erstens, dass ich keine Freude an Teamsportarten finde und zweitens, dass Leichtathletik der Teufel ist. So kam es, dass ich im letzten Schuljahr still und heimlich einen Countdown bis zu meiner letzten Stunde Turnunterricht führte und man kann sich nicht vorstellen, wie befreiend es für mich war, zu wissen, dass dieser Teil meiner Schullaufbahn nun endlich ein Ende hatte.

 

Ein erster Schritt in die richtige Richtung

Seit diese Zeit vorbei ist, sind nun fast sechs Jahre vergangen. Nun fragt ihr euch bestimmt, wie eine Person, bei der sich in jeder Turnstunde jede einzelne Körperfaser so gewehrt hat, sich auch nur einen Millimeter zu rühren, zu einer Person wurde, die sich ein Leben ohne Sport mittlerweile nicht mehr vorstellen könnte. Also gut, wo fange ich an? Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich neben dem Schulsport auch noch andere Sportarten in meiner Freizeit ausprobiert habe: Bis ich ungefähr 14 war waren das Reiten, Judo und Badminton. An diesen Aktivitäten fand ich auch tatsächlich Gefallen, aber immer nur für einen begrenzten Zeitraum, bevor ich die Motivation wieder verlor. Mit 17 schließlich begann ich Hip Hop zu tanzen und zum ersten Mal hatte ich wirklich das Gefühl, eine Sportart gefunden zu haben, in der ich mich zu 100% wohl fühle. Das Tanzen war daraufhin bis vor etwa 2 Jahren der perfekte Ausgleich für mich und jede Trainingseinheit gab mir ein super Körpergefühl.

 

Mein neuer Freund, der Muskelkater

Parallel dazu fing ich vor etwa 3 bis 4 Jahren damit an, mich immer mehr mit dem Thema Fitness auseinanderzusetzen, kaufte mir Kurzhanteln und Laufschuhe und machte in unregelmäßigen Abständen Workouts zu Hause oder joggte für kurze Distanzen durch die Stadt. Ich erkannte: Wenn ich Sport für mich alleine mache und ich die einzige Person bin an der ich mich messen muss, kann es richtig Spaß machen! Der Hype um Fitness auf Social Media ging auch an mir nicht spurlos vorbei und irgendwann war es soweit, dass ich regelrecht süchtig danach wurde, jegliches Wissen zum Thema Fitness in mich aufzusaugen. Meine Leidenschaft wuchs und schließlich wollte ich mehr erreichen als es mir mit meinen zwei Kurzhanteln möglich gewesen wäre, woraufhin ich mich vor 2 Jahren in einem Fitnessstudio anmeldete. Das Tanzen gab ich nach und nach auf. Nicht, weil es keinen Spaß mehr machte, sondern weil ich eine neue Leidenschaft gefunden hatte und ich ab jenem Zeitpunkt dreimal pro Woche ins Fitnessstudio ging um mich im Freihantelbereich auszutoben. Spätestens da hatte mich meine Begeisterung für Sport also so richtig im Griff. Wenn mir ein paar Jahre davor jemand erzählt hätte, dass ich eines Tages freiwillig neben aufgepumpten Typen im Fitnessstudio meine Squats und Shoulder Presses mache und den Muskelkater danach fast schon feiere, hätte ich diese Person so richtig ausgelacht.

Heute bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich sagen kann, dass ich echt stolz darauf bin, was sich in sportlicher Hinsicht bei mir über die letzten paar Jahre hinweg getan hat. Und klar, ich bin sicher nicht die fitteste Person die es gibt und es gibt bestimmte Dinge und Übungen, an denen ich mir immer noch die Zähne ausbeiße (Stichwort Klimmzüge). Aber wenn ich daran zurückdenke, wie schwach ich vor ein paar Jahren noch war und wie ich nach zwei Minuten laufen schon aus der Puste war (ja, echt jetzt), find ich mein jetziges Fitnesslevel doch ganz okay 😉

 

Mein Fazit und ein Tipp für euch

Jeder kann sportlich sein. Die Ausrede: „Ich mag halt keinen Sport“ zählt nicht, denn bei der Auswahl an unterschiedlichsten Sportarten, die es gibt, kann es ja eigentlich nicht sein, dass man keine einzige davon mag. Ebenso wenig zählt: „Ich bin halt einfach schwach“ oder „ich hab halt sowieso keine Ausdauer“. Es mag ja sein, dass du momentan das Gefühl hast, schwach zu sein oder keine Ausdauer zu haben, aber das heißt nicht, dass du deshalb nicht daran arbeiten kannst. Fit wird man nicht von heute auf morgen und außerdem – was heißt schon fit? Ist eine Person, die einen Marathon laufen kann fitter als eine Person, die einen freien Handstand macht oder 200 kg auf der Bank drückt? Miss dich nicht mit anderen, sondern nimm immer deine eigene Leistung als Richtwert und versuch, dich kontinuierlich zu steigern, in dem du dir immer wieder neue Ziele setzt.

 

Wie geht’s bei mir nun weiter?

Nachdem ich während meines Auslandssemesters vergangenen Herbst/Winter nur sporadisch dazukam, Sport zu machen, war es nach meiner Rückkehr Zeit für mich, eine neue Herausforderung anzupacken und so hab ich mich im Februar endlich in einer CrossFit Box angemeldet. Die Kombination aus Kraft, Ausdauer, Olympischem Gewichtheben, Kettlebelltraining und Übungen mit dem eigenen Körpergewicht etc. fand ich schon länger interessant und ich muss sagen, im Moment ist das genau das Richtige für mich. Jedes Training ist anders, immer fordernd und ich komm immer wieder an meine Grenzen. Es macht einfach süchtig 😀 Nebenbei noch ein bisschen Yoga als Ausgleich und ich bin rundum glücklich. Ein ausführlicherer Artikel zu meinem aktuellen Training ist in Planung, also seid gespannt!

 

xx


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